Nobilitierung

Kaiser Matthias, geb. am 24. Februar 1557, der vierte Sohn Maximilian II, Deutscher Kaiser von 1612 - 1619, verlieh der Familie Khälß auf Betreiben des Kardinal Khlesel Melchior, Bischof von Wien, der seit 1598 mit den Staatsgeschäften beauftragt und Berater des Kaisers war, den Adelstitel.


Im Jahre 1612, am 17. September, wurde Matthias Khälß in den Adelsstand erhoben, wobei es versäumt wurde seinen Vetter Georg Khälß († 1619), welcher kaiserlicher Bergrichter in Eisenerz war gleichzeitig die Ehrentitel und Privilegien einzuräumen.

Adelsbrief, Nobilitierung Khälß von Khälßberg

beglaubigte Abschrift

"Deshalb sind wir bereit, Mathias Kälhz, welcher von seiner Jugend an, nunmehr zwölf Jahre hindurch dem Erzbischof von Wien, Kardinal Khlesl, dient das erweiterte Wappen zu verleihen. Er hat in zahlreichen geheimen und offiziellen Missionen und Verhandlungen, bei der Kaiserwahl in Frankfurt, verschiedenen Ernennungen in Ungarn und Böhmen, bei Erbhuldigungen in Österreich, Schlesien und Laußitz sowie bei Reichs- und Landtagen mit großem Geschick agiert. Besondere Verdienste hat er sichbei der Ausarbeitung des Türkischen Friedensvertrages erworben"

 

Die Familie Khälß wurde bereits von Kaiser Friedrich dem III., der in der Zeit 1440 bis 1493 regierte, geadelt und erhielt seinerzeit bereits ein Adelswappen.

 

"Die Vorfahren der Kälhz dienten unserem Haus Österreich seit vierhundert Jahren in den Salzbergwerken in Ischl, Aussee und Hallstatt sowie dem Eisenbergwerk Eisenerz. Sie waren auch als erfolgreiche Verwaltungsbeamte in Gmunden tätig und halfen den Ruhm des Hauses Österreich zu mehren. Sie dienten in Kriegszeiten mit Hab und Gut und ihrem Leben."

 

Am 17. Juni 1796 wurde auch die Familie Georg Khälß in den Adel aufgenommen und die Wappen verschmelzt. Gleichzeitig wurde der gesamten Familie die Namensgebung "von Khälßberg" verliehen und folgende Privilegien verliehen:

 

Dazu gehören die verliehenen Lehen und das Recht an Turnieren als adelige Ritter teilzunehmen. Dieses Recht und die damit verbunden Vorteile müssen alle Personen des gesamten Reiches anerkennen. Das verliehene Recht darf bei allen kirchlichen und weltlichen Handlungen und Geschäften angewandt werden.Sie erhalten aber auch verschiedene Vorteile, die Freiheit, Rechte und Gerechtigkeit, Pfründe (Zinslehen) auf Länder, neben der Ehre, der Würde. Sie sind berechtigt hohe und niedere geistliche und weltliche Ämter anzunehmen. Sie dürfen an allen Ritterturnieren teilnehmen. Sie werden ausgestattet mit dem Recht, Lehen zu besitzen und diese rechtlich zu vertreten, Recht zu sprechen und Urteile zu fällen. Es wird Ihnen erlaubt, Ihr Wappen und die Kleinodien bei allen ehrlichen, redlichen, adeligen ritterlichen Sachen und Geschäften, in Gefechten, Schlachten, Kämpfen, Turnieren, Wettkämpfen, Ritterspielen, Feldzügen, Panieren, Gezelten = Belagerungen, als Siegel, auf Kleinoden, Begräbnissen, auf Gemälden, wo immer sie es wollen, zu gebrauchen. Unsere Edelleute dürfen in unserem Königreich, dem erblichen Fürstentum und Land, von jedem ungehindert, ihre Rechte gebrauchen und genießen. Sie dürfen das adelige Wappen und Kleinod, bei allen ehrlichen, redlichen, ritterlichen Handlungen, Angelegenheiten und Geschäften, bei Beleidigung und Auseinandersetzungen, bei Angriffen, Kriegen, Kämpfen, Turnieren, Gestechen, Gefechten, Ritterspielen, Feldzügen, Panieren, Belagerungen, zum Sigeln, für Botschaften, auf Kleinoden, bei Begräbnissen, auf Gemälden usw. in Ihren Schlössern und Landgütern, führen. Auch in solchen, welche sie künftig im heiligen Reich, den erblichen Fürstentümern und Ländern durch Kauf, Tausch, Testament, Erbschaft, Todesfall oder auf anderem Weg erwerben. Sie dürfen daran nicht gehindert werden. Mathias und Georg der Älter von Kälhzberg, sowie ihre Nachkommen, erhalten die besondere Gnade und Freiheit, sich im Land überall nieder zu lassen, sich frei zu bewegen und überall ihren Wohnsitz zu nehmen. Sie dürfen so oft und wann sie wollen, samt ihren Dienern, den Hausgesinde, Angehörigen und Verwandten, mit all ihrem Hab und Gut, in Städte, Märkte, Orte oder auf das Land ziehen und dort mit ihren Ehefrauen und Kindern leben. Weiters sind sie berechtigt, ihre Einnahmen (Lehenszinse) zu verbrauchen, als Bürgermeister, Gerichtsrat und in anderen Ämtern zu dienen. Ausgenommen (exempt) ist die jährliche Bürgersteuer, das Weggeld (Straßenrobot), Wacht, Bewerb, Vormund schaft (Pfleg- oder Gerhabschaft), Abgaben (Losung) und Rechnungen (Raisz), die sie selbst oder durch andere leisten. Sie müssen dies den Ämtern mitteilen – gleich wie die Abgabenpflichtigen heißen mögen. Sie werden von folgenden Pflichten befreit. Sie müssen keine Hofangehörigen, Hofgesinde unserer Nachkommen, anderer Kurfürsten und Fürsten, die enthoben, ledig und frei sind, bei sich aufnehmen. Es sei denn, dass sie dies freiwillig ohne Entgelt übernehmen. Sie sind von der Unterbringung von Soldaten, Hofbediensteten und Botschaftern (Sekretären) befreit. Sie sind jedoch verpflichtet, bei Bedarf den Bürgern zu helfen. Sie müssen jedoch keine bürgerlichen Pflichten gegen ihren Willen übernehmen. Die beiden Gevattern Kälhs, ihre Ehefrauen und Erben, Erbenserben, samt ihren Dienern sind von der bürgerlichen Obrigkeit und Gerichtsbarkeit befreit. Sie sind nur dem Kaiser und seinen Nachkommen und der Regierung, oder der Landesobrigkeit, in dem sie wohnen, untertan. Dort müssen sie sich vor Gericht verantworten. Sie haben jedoch das Recht, unbehindert und unbeschwert zu leben und sich frei im Land zu bewegen. Sie müssen keine Steuern oder Nachsteuern für ihr Geld, und dem bekannten Hab und Gut bezahlen. Sie haben absolute Bewegungsfreiheit. Es wird nochmals betont, dass Matthias und Georg Kälhz der Ältere samt ihren Ehefrauen, Kindern und Kindeskindern, sämtliche verbrieften Rechte, Freiheiten, Pflichten und Privilegien, in allen Städten, Märkten und Orten haben. Ihre Güter und die ihrer Kinder und Kindeskinder dürfen ihnen nicht genommen oder belastet werden. Es sei denn, sie würden sich eines Verbrechens schuldig machen. Sollte es deshalb jedoch zu einer Anklage gegen sie, ihre Ehre, ihr Hab und Gut oder ihre Ehefrauen, ihren Kindern und ihren Kindeskindern kommen, dürfen sie und ihre Angehörigen nicht mit Gewaltanwendung vor Gericht gebracht werden. Die Vetter Mathias und Georg Kählz der Ältere stehen unter unserem besonderen Schutz und Schirm. Ebenso ihre Ehefrauen, Kinder und Kindeskinder, Diener, Gesinde, Untertanen, Hintersässigen = (Leibeigene) und Verwandte.

 

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