Das Geschlecht der Khälß

Im steirischen Oberland lebt und wirkt seit vielen Jahrhunderten das Geschlecht der Khälß.

 

Epitaph an der Kirchhofmauer in LandlEin heute noch gut erhaltenes Epitaph an der Kirchhofmauer in Landl, welches der landesfürstliche Rechenmeister Wolf Khälß seiner Hausfrau Christina Preczler und dreien Kindern 1605 errichten ließ, zeigt sein Wappen mit der Spitzhaue im Schilde und als Helmzier des Stechhelmes. Es bezeugt die bergmännische Tätigkeit des Geschlechtes und wurde laut Familientradition und dem Adeslbrief, welcher 1616 von Kaiser Mathias dem Bruder des oben Genannten, Georg Khälß d. Ä. "obrister Bergrichter zu Steyr" (Eisenerz) gegeben wurde, von Kaiser Friedrich III. dem Konrad Khälß Bergmeister zu AusseeWappen mit Wahlspruch Fleiß bring Nutz verliehen.

 

In einer späteren barocken Wiedergabe dieses alten Wappens, welches im steirischen Landesarchiv aufbewahrt ist, ist neben dem Wahlspruch "Fleiß bringt Nutz" die Jahrzahl 1323 angebracht, darunter in einer Tafel "Die Uralten Khälssen Freihgeschenktes Wappen von Kayser Friedrich dem dritten Konrad Kalssen, Bergmeister zu Aussee". Um diese Zeit könnte es jedoch nur Friedrich der Schöne gewesen sein, der aber noch keine Wappen verlieh und so mag die Jahreszahl wohl unrichtig sein. Das oben genannte Wappenbild, das Georg Khälß d. J. zeichen ließ, zeigt in einer Ecke die wohl eigenständige Unterschrift "Georg von Kahlsperg z edlach" (Edla = Erla).

 

Ihr Ursprung dürfte in Hallein bei Salzburg zu suche sein, wo zwischen 1430 und 1554 eine Reihe von Kälsen als Bürger erscheinen und beim Salzbergbau und Vertrieb tätig waren. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts treten die Käls auch beim Eisenwesen auf, zuerst als Gewerken, später als landesfürstliche Beamte. In der Steiermark scheint als erster des Geschlechtes der oben schon genannte Conrad Khälß 1350 - †1439, Bergmeister zu Aussee auf. Als Zechmeister der Kirche zu St. Gilgen ist er an einem Vergleich zwischen dem "Amtptmann in Hinterperg, der Schaffer, Eisenhauer, Holczleit und der gancz Germain der Pharrmenig ze Aussee" mit dem dortigen Pfarrer Hans von Eberstorff beteiligt. 1436 vergleicht sich Konrads Frau Cathrey mit ihren Miterben "nach weyland Hans Sneyder, des Welhlgleins seligen Sun. Hans Sneyder könnte der Vater von Cathrey gewesn sein. Jedenfalls standen sie in einer engen verwandschaftlichen Beziehung zu ihm. 1440 ist Konrad Khälß nicht mehr unter den Lebenden. Sein Bruder "Michl der Khalzz" beurkundet am 6.Dezember 1440, daß er "nach Geschäft und Verheisse" seines lienen Bruders Khunraten des Kalsen "in rechter Lieb Gots zu ihrer und ihrer Vorfordern und Nachkommen Hayl willen zu Sand Gilgen Gotzhaus zu Vischarn ein ebigs ledig sphunt Geltz" auf dem Haus, der Hofstatt, dem Kraut und Baumgarten in Aussee gestiftet hat. Ähnlich lautet eine Stiftung von ihm des gleichen Datums zur st. Paulus Kirche in Aussee mit 1 Pfund, jährlich am St.Jörgentag zu reichen. In beiden Schenkungsbriefen ist der nummherige Bergmeister zu Aussee Wolfgang Khälß unter den Sieglern. In welcher Beziehung er zu den Brüdern Konrad und Michel Khälß gestand hat, ist nicht ersichtlich.

 

Von diesem ersten urkundlich in der Steiermark aufscheinenden "Khälßen" läßt sich der Stamm bis auf den heutigen Tag verfolgen.

Information zur Ahnenforschung der Familie Khälß von Khälßberg Wikipedia | Impressum © 2015